Emmi guckte auf die Uhr über dem Hofeingang. Neun Minuten Pause noch. Neun Minuten waren nicht viel, aber sie waren auch nicht nichts.
Mia saß immer noch da und kaute.
Und der Werkraum lag genau dort drüben, hinter den Fenstern im Erdgeschoss, keine dreißig Schritte weit.
»Eins schaffen wir«, sagte Emmi. »Nur eins.«
Weil Emmi bei Mia blieb, statt zum Werkraum zu laufen, hörte sie noch etwas.
»Mia«, sagte sie. »Noch mal Leo.«
Mia verdrehte die Augen, aber sie blieb sitzen. »Was denn noch.«
»Du hast gesagt, er stand vor unserer Tür. Stand er da nur rum? Oder hat er was gemacht?«
Mia kaute langsamer. Emmi kannte das. So sah Mia aus, wenn sie wirklich nachdachte und nicht nur redete.
»Er hat auf die Klinke geguckt«, sagte Mia schließlich.
Weil Emmi zum Werkraum lief, statt Mia weiter auszufragen, sah sie noch etwas.
»Neun Minuten«, sagte sie und war schon unterwegs.
Der Weg führte am Fahrradständer vorbei und dann an der Hauswand entlang, wo im Schatten noch der Regen von gestern in den Fugen stand. Die Fenster des Werkraums lagen tief. Man musste sich nicht einmal strecken.
Emmi legte die Hände an die Scheibe und guckte hinein.
Der Werkraum war leer. Natürlich war er leer, es war Pause. Aber leer heißt nicht, dass nichts da ist.
Wie es weitergeht, steht in der App. Auf dem anderen Weg erfährt Emmi etwas anderes – und das Buch hat zehn verschiedene Enden.